Tag der menschenwürdigen Arbeit: Kundgebung für bessere Bedingungen der Rider in Dortmund
Zum gestrigen Tag der menschenwürdigen Arbeit haben die Beratungsstellen Arbeit Westfälisches Ruhrgebiet, finanziert durch Mittel des Europäischen Sozialfonds und des MAGS NRW, in Dortmund ein starkes Zeichen gesetzt: Eine Kundgebung für bessere Arbeitsbedingungen der Rider – jener Menschen, die tagtäglich Essen, Pakete und Waren durch die Stadt transportieren und dabei oft unter prekären Bedingungen arbeiten.
Rider gehören zu den sichtbarsten Beschäftigten in der Plattformökonomie. Gleichzeitig sind ihre Arbeitsrealitäten häufig unsichtbar: unsichere Einkommen, hoher Zeitdruck, körperliche Belastung, fehlende soziale Absicherung. Die Kundgebung in Dortmund machte deutlich, dass menschenwürdige Arbeit auch in der digitalen Arbeitswelt gelten muss – unabhängig davon, ob jemand im Büro, in der Produktion oder auf dem Fahrrad arbeitet.
Mehrere Sprecherinnen und Sprecher setzten klare Akzente für faire Arbeit, Respekt und politische Verantwortung:
▪ Anja Butschkau, SPD, Landtagsabgeordnete – Sie betonte die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen, die Rider vor Ausbeutung schützen und faire Löhne sowie verlässliche Arbeitszeiten ermöglichen sollen.
▪ Ulrich Piechota, SPD u.a. Vorsitzender in der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AFA) – Er hob hervor, wie wichtig Beratungsangebote und gewerkschaftliche Unterstützung sind, um Beschäftigte in der Plattformarbeit zu stärken.
▪ Gustav von Lieferando – Als Unternehmensvertreter sprach er über aktuelle Initiativen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Verantwortung großer Plattformen, faire Standards zu setzen.
▪ Sami Budir, NGG – Er machte deutlich, dass Rider nicht nur „Selbstständige“ oder „Clickworker“ sind, sondern Menschen mit Rechten, die durch Tarifverträge und Mitbestimmung geschützt werden müssen.
▪ Tim Hammerbacher, Geschäftsführer beim AWO-Unterbezirk Dortmund Er stellte die Wichtigkeit der Beratzungsstellen Arbeit Westfälisches Ruhrgebiet heraus. Die Mitarbeiter sind Berater*innen, Wegbegleiter*innen und Kämpfer*innen für faire Arbeit.
Kernbotschaften des Tages
▪ Menschenwürdige Arbeit ist ein Grundrecht – auch in der Plattformökonomie.
▪ Faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung müssen für Rider selbstverständlich sein.
▪ Politik, Unternehmen und Gewerkschaften tragen gemeinsam Verantwortung.
▪ Beratungsstellen Arbeit bleiben wichtige Anlaufpunkte für Unterstützung, Rechtsberatung und Empowerment.
Die Kundgebung zeigte: Dortmund ist eine Stadt, die sich aktiv für faire Arbeitsbedingungen einsetzt. Die Rider wurden sichtbar gemacht – nicht als Randgruppe der Arbeitswelt, sondern als Teil einer modernen, vielfältigen Arbeitsgesellschaft.