Regionales Wertschöpfungszentrum für Dortmund: Vision, Bedarfe und nächste Schritte
Regionales Wertschöpfungszentrum (REGIOwez) für Dortmund: Vision, Bedarfe und nächste Schritte
Wie kann die regionale Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln in Dortmund nachhaltig gestärkt werden? Welche konkreten Bedarfe haben die Akteurinnen und Akteure entlang der Wertschöpfungskette – und welche Hürden gilt es zu überwinden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 6. Bio-Regio-Stammtischs am 4. Februar 2026, organisiert von FoodConnectRuhr. Die Wirtschaftsförderung Dortmund nutzte die Gelegenheit, ihre Pläne zur Entwicklung eines Konzepts für ein Regionales Wertschöpfungszentrum (REGIOwez) vorzustellen und mit den Teilnehmenden zu diskutieren.
Vision: Ein Knotenpunkt für regionale Lebensmittelwirtschaft
Ein REGIOwez nach dem Vorbild des Landesverbands Regionalbewegung NRW e. V. soll als zentraler Baustein für eine starke, resiliente und sichtbare regionale Lebensmittelwirtschaft dienen. Ziel ist es, die regionale Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung systematisch zu stärken und bestehende Akteurinnen und Akteure enger miteinander zu vernetzen.
Darüber hinaus kann ein REGIOwez:
- als Beratungs- und Schulungszentrum für Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft fungieren,
- als Innovationsort für Start-ups und neue Geschäftsmodelle dienen,
- die Sichtbarkeit regionaler Produkte erhöhen und
- Impulse für mehr regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit setzen.
Damit versteht sich das REGIOwez nicht als Konkurrenz zu bestehenden Strukturen, sondern als Plattform, die vorhandene Angebote bündelt, ergänzt und weiterentwickelt.
Deutlicher Bedarf an Bündelung und Vernetzung
Die Ergebnisse der Gruppenarbeit beim Stammtisch zeigen einen klaren Bedarf: Viele Akteurinnen und Akteure wünschen sich einen zentralen Ort mit Strahlkraft, an dem Aufgaben wie Verarbeitung, Bündelung und Vermarktung regionaler Produkte zusammengeführt werden.
Besonders wichtig sind dabei folgende Aspekte:
- Aufbau auf bestehenden Strukturen statt Parallelstrukturen zu schaffen
- Einbindung digitaler Lösungen wie der Warenaustauschplattform Regiothek
- Nutzung und Weiterentwicklung vorhandener Orte
- Sichtbarmachung der regionalen Akteurinnen und Akteure
- Stärkere Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette
Deutlich wurde: Die Region verfügt bereits über vielfältige Kompetenzen und Initiativen – diese Potenziale gilt es gezielt zusammenzuführen.
Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette
Neben den Chancen wurden auch zentrale Herausforderungen benannt.
1. Finanzierung und Trägerschaft
Eine der größten Hürden ist die (Anschub-)Finanzierung. Ebenso entscheidend ist die Frage nach einer geeigneten Trägerschaft, die sowohl wirtschaftliche Stabilität als auch Gemeinwohlorientierung sicherstellt.
2. Rechtliche und organisatorische Anforderungen
Entlang der Wertschöpfungskette müssen komplexe Lebensmittelhygienestandards eingehalten werden. Hier sind tragfähige Konzepte, klare Zuständigkeiten und professionelle Strukturen erforderlich.
3. Logistik und Infrastruktur
Der Aufbau effizienter Logistikstrukturen ist ein Schlüsselfaktor: Vom landwirtschaftlichen Betrieb über das REGIOwez bis hin zu Großküchen, Kantinen oder weiteren Abnehmern müssen Bündelung, Kühlketten, Tourenplanung und digitale Schnittstellen reibungslos funktionieren.
4. Langfristige Absatzsicherheit
Für Planungssicherheit und wirtschaftlichen Erfolg braucht es verlässliche und langfristige Absatzmöglichkeiten. Kooperationen mit Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und weiteren Großabnehmern spielen hierbei eine zentrale Rolle.
Nächste Schritte
Die im Rahmen des Bio-Regio-Stammtischs gesammelten Ideen, Bedarfe und Hinweise bilden einen wertvollen Baustein für die weitere Konzeptentwicklung. Wir werden diese Impulse systematisch auswerten und in die nächsten Arbeitsschritte einfließen lassen. Wir bedanken uns bei den Organisatorinnen von FoodConnectRuhr sowie bei allen Impulsgeberinnen und -gebern und Teilnehmenden für den engagierten Dialog.