Loslassen will geübt sein

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Quelle: Adobe Stock, Bearbeitung: Beate Fleck, Competentia, Gleichstellungsbüro Stadt Dortmund IFT 2021
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Heide Liebmann zeigt den Weg zu mehr Gelassenheit im Job

 

Stress, Perfektionismus und Erwartungen setzen Menschen im Berufsleben zu. Anlässlich des Internationalen Frauentages hatte das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Westfälisches Ruhrgebiet Unternehmerinnen und Führungskräfte zu einem Online-Workshop unter dem Titel „Loslassen im Business“ eingeladen.

Wer langfristig im Beruf erfolgreich sein möchte, benötigt ein gutes Selbstmanagement. Besonders Frauen stehen beruflich in vielfacher Hinsicht unter Druck. Neben den Anforderungen des Jobs neigen sie oft zu Selbstzweifeln und Perfektionismus und sehen sich unterschiedlichsten, häufig stereotypen Rollenerwartungen ausgesetzt. „Man sollte zwar für seinen Job brennen. Manchmal brennt man aber auch aus, wenn man die Warnsignale nicht beachtet“, mahnt Referentin Heide Liebmann. Die Buchautorin und Coach zeigte den 23 Teilnehmerinnen anhand von acht Beispielen, warum Loslassen für Unternehmer*innen und Führungskräfte wichtig ist und wie es geht:

  1. Stress und Anspannung loslassen
  2. Perfektionismus loslassen
  3. Eigene Erwartungen loslassen
  4. Das alte Selbstbild oder Rollenverständnis loslassen
  5. Erwartungen anderer loslassen
  6. Alte Überzeugungen loslassen
  7. Energievampire loslassen und Grenzen setzen
  8. Trauer und Trennungsschmerz loslassen

Zu den Tipps gehörten Körperübungen, um Stress und Anspannung bewusst loszulassen, genauso wie Nachdenkliches über den Perfektionismus als Sabotagemuster oder den Kampf mit eigenen und fremden Erwartungen: „Manchmal tut es gut, die eigenen Erwartungen zu hinterfragen: Ist das noch stimmig, ist das noch meins?“ Besonders bei beruflichen Übergängen und Wendepunkten spielen alte Selbstbilder und Überzeugungen eine wichtige Rolle. Wer hier nicht loslassen kann, ist nicht gut für die Zukunft aufgestellt.

 

Energievampire loslassen

 

Ein bedeutsames Thema sind für viele Frauen die Beziehungen zu anderen Menschen. Diese können stärken und unterstützen, können aber auch zu Energievampiren werden, wenn andere Menschen ständig kritisieren, jammern, nicht zuhören und nur von sich erzählen. „Lassen Sie Menschen los, die Ihnen Energie abziehen“, rät die Referentin. Um diesen Schritt zu vollziehen, genügt manchmal schon für sich selbst einen Abschiedsbrief in Dankbarkeit zu schreiben.

Dennoch ist Loslassen auch immer mit einer Trennung verbunden und bringt daher auch oft so etwas wie Trennungsschmerz oder Trauer mit sich. „Was hilft beim Loslassen sind Meditationen, Achtsamkeit und Rituale“, gibt die Referentin den Teilnehmerinnen mit auf den Weg. Von ganz alleine funktioniert es in der Regel nicht. Jeder Mensch muss ausprobieren, was bei ihm wirkt – und das ein Leben lang.

Organisatorin Laura Kanthak, zieht ein positives Fazit: „Loslassen ist ein wichtiges Thema für Unternehmerinnen und Führungskräfte. Die Notwendigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden sowie agiles Arbeiten in iterativen Prozessen benötigen auch die Fähigkeit, Kontrolle abzugeben und einfach mal loszulassen.“ Damit das künftig gelingt, konnte jede der 23 Teilnehmerinnen des Online-Workshops aus einem umfassenden Paket mit vielen praktischen Tipps schöpfen.

Autor*in
Laura Kanthak