Bis zu 20 Mio. € Förderung für Leitprojekte zur Nutzung von KI in Wertschöpfungsketten

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Leitprojekte KI in Wertschöpfungsketten
Zusammenfassung Förderrichtlinie WFDO, eigene Darstellung mit Canva

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert mit der Richtlinie „Förderung von Leitprojekten für die Nutzung von KI in Wertschöpfungsketten: Industrielle, domänenspezifische KI zur Erschließung von Wertschöpfungspotenzialen in deutschen Schlüsselbranchen“ Verbundprojekte von Wirtschaft und Wissenschaft mit hohem Innovationsrisiko mit bis zu 20 Mio. € pro Vorhaben. 

 

Was wird gefördert?

Gegenstand dieses Förderprogramms ist die Entwicklung industrieller, domänenspezifischer KI-Systeme für deutsche Schlüsselbranchen (industrielle Fertigung und Maschinenbau, Mobilität und Automobilindustrie, Chemie und Cleantech, Medizintechnik, Agrarwirtschaft sowie Informations- und Kommunikationstechnik). Es zielt ab auf tief integrierte KI-Lösungen für spezifische Branchenanforderungen wie die Prozessoptimierung, Lieferkettensteuerung, Diagnostik und ähnliches, ausgeschlossen sind dagegen generalistische Sprachmodelle wie Chatbots. 

Folgende inhaltliche Schwerpunkte und Methoden sind denkbar:

  • Vertikale Datenintegration & Infrastruktur: Aufbau von Datenpipelines zur Anbindung an branchenübliche IT-Systeme (z. B. ERP, MES) und Nutzung domänenspezifischer Datenquellen (z. B. Sensordaten, Tabellendaten, Fachsprachen). Methoden: Federated Learning, Data Augmentation, MLOps-Frameworks.
  • Datensouveränität & Sicherheit: Lokale Datenverarbeitung (Edge AI) zur Reduktion von Cloud-Abhängigkeiten und Minimierung von Datenschutz- und IT-Sicherheitsrisiken. Methoden: Modellkompression, Adversarial Robustness, Automated Red Teaming, formale Verifikation.
  • Explainability & Zertifizierung: Interpretierbarkeit von KI-Entscheidungen für Fachanwender und Zertifizierbarkeit in regulierten Branchen (z. B. Medizintechnik). Methoden: Explainable AI (XAI), Human-in-the-Loop-Schnittstellen, Verlässlichkeitsprüfungen.
  • Standardisierung & Transfer: Offene Standards und Governance-Modelle für Datenaustausch sowie Übertragbarkeit der Lösungen auf andere Unternehmen/Branchen. Methoden: Retrieval-Augmented Generation, Synthetische Datensätze, Data Provenance & Lineage, Transfer-Handbücher

Neben der Steigerung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit und der technologischen Souveränität steht der Transfer in den Mittelstand im Zentrum der Förderung, der u.a. durch offene Standards oder Blaupausen erreicht werden soll. 

Die Vorhaben müssen einen Technologie-Reifegrad von 6 (Demonstrator in realitätsnaher Umgebung) bis 8 (vollständige Funktionsfähigkeit) aufweisen.

 

Wer wird gefördert?

  • Verbünde aus Forschenden und Unternehmen, v.a. KMU mit aktiver Industriebeteiligung, die die KI-Wertschöpfungskette komplett abbilden von der Entwicklung zur operativen Anwendung
  • Förderquote für Unternehmen: bis zu 50% der zuwendungsfähigen Kosten.
  • Förderquote für Forschungseinrichtungen: bis zu 100% der Ausgaben.

 

Antragsverfahren & Fristen

  • Förderfähige Kosten: Personalkosten, Instrumente und Ausrüstung, Auftragsforschung, Gemein- und Betriebskosten
  • Zweistufiges Antragsverfahren
  • Einreichung der Projektskizze bis 01.11.26 über das Onlineportal „EasyOnline“

 

Weitere Informationen

https://ki-und-softwaresysteme.de/foerderschwerpunkte/kuenstliche-intelligenz/industrielle-domaenenspezifische-ki/

https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/2026/07/2026-07-31-bekanntmachung-ki-wertschoepfungsketten.html

 

Interessierte Forschende und Unternehmen, die zu diesem Förderaufruf Ideen haben, aber noch Verbundpartner*innen suchen, können sich gerne an die Wirtschaftsförderung wenden. 

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Autor*in
Patricia Olbert