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02.09.2015

Innovation statt Verbot für den innerstädtischen Lieferverkehr

Alternativen wie Elektromobilität und Cargobikes rechnen sich. In Dortmund arbeiten Wirtschaft, Wissenschaft und die Wirtschaftsförderung gemeinsam daran, den Wirtschaftsverkehr sauberer und verträglicher zu machen. Dabei können Unternehmen noch erheblich sparen, wie Thomas Bovelette, Geschäftsführer der Tedi Logistik GmbH vorrechnet: „Der elektrische Lastkraftwagen (E-LKW) wird günstiger betrieben als ein herkömmlicher Diesel LKW.“ Auf dem Vormarsch ist in Dortmund auch das Netzwerk „Cargobike“, um Lieferverkehre in der Innenstadt auf der letzten Meile in alternative Formen zu realisieren. Annette Becker von Heißer Reifen Kurier & Postdienstleistungen ist stolz darauf, mit ihrem seit 1987 bestehenden Fahrradkurierdienst mittlerweile 1.221.494 Kilometer zurückgelegt und dabei über 197 Tonnen Kilogramm Kohlendioxid eingespart zu haben.

„Die besondere Stärke von Dortmund ist die starke Innovationskraft, die wir aus der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und dem Fraunhofer IML als wissenschaftlichen Innovationstreiber ziehen können. Wir brauchen neue Lösungen und Innovationen für urbane Lieferverkehre, um Fahrverbote für LKW überflüssig und Klagen gegen Lärmanstieg unnötig werden zu lassen, die für unseren Standort kontraproduktiv wären“, sagt Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Die Firmen Tedi aus dem Discountbereich und DOEGO von Rewe Dortmund aus dem Lebensmitteleinzelhandel sowie Großhandel von Obst und Gemüse sind Anwendungspartner im Projekt „GeNaLog – Geräuscharme Logistik in der Nacht“, welches sich mit noch offenen Fragestellungen des kürzlich abgeschlossenen Projekts „ELMO – elektromobile urbane Wirtschaftsverkehre“ befasst, das von der Wirtschaftsförderung Dortmund und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML aufgesetzt wurde.

Die Bilanz des Projekts fällt positiv aus und so setzen sich auch elektromobile Lieferkonzepte in den Firmen durch. Für Colin Hillig, Projektleiter Logistik bei DOEGO von Rewe Dortmund ist Elektromobilität eine Antriebsmöglichkeit, die vor allem in Kombination mit einem Verbrennungsmotor als Hybridfahrzeug geeignet ist. Er plant für den Transport von verderblichem Obst und Gemüse einen Test mit der Hybrid-Technologie, um die Vor- und Nachteile von Elektrofahrzeugen zu ermitteln. In Verbindung mit einem Sattelauflieger ist eine Kühlung mit Stickstoff vorgesehen. „Ich gehe davon aus, dass Hybridfahrzeuge für unsere Anforderungen wirtschaftlicher sind, weil längere Strecken zurückgelegt werden können. Die letzen innerstädtischen Wege können dann geräuschlos mit dem Elektromotor bewältigt werden“.

Mit dem Folgeprojekt „GeNaLog – Geräuscharme Logistik in der Nacht“ sollen Innovationen und Lösungen entwickelt werden, so Professor Alex Vastag, Leiter Verkehrslogistik am Fraunhofer IML, um Bewohner vor Störungen durch Lärm, Licht, Abgase und Gerüche, die sich durch konventionelle Diesel-LKW ergeben, zu schützen. „Im Projekt werden Maßnahmen recherchiert, die Lärmquellen entgegenwirken. Dazu zählen neben dem geräuscharmen Antrieb der Lieferfahrzeuge auch Rollcontainer oder dämpfende Materialien im und um das Fahrzeug herum, um die strengen Lärmschutzwerte einzuhalten“, führt Vastag aus.

Beckers Fahrradkurierdienst ist nahezu geräuschlos unterwegs. Aber sie setzt auch auf andere Antriebskonzepte wie erdgasbetriebene Autos, die seit 2005 im Einsatz sind. „Der technologische Fortschritt geht rasant. Wenn neue Fahrzeuge angeschafft werden sollen, muss stets von Neuem die Frage beantwortet werden, welche neuen Antriebe es gibt und geeignet sind“, sagt sie. Der Elektroantrieb sei bei einer jetzigen Beschaffung eine Option. Heute werden Kunden in der Innenstadt mit Medikamenten und Büchern beliefert. Hierfür wird ein Lastenfahrrad – per Muskelkraft betrieben - eingesetzt, das gerade im Innenstadtbereich den letzten Weg bis vor die Tür übernehmen kann. Lastenfahrräder, auch Cargobikes genannt, sind breiter als Fahrräder und können größere Mengen transportieren. „Fahrräder und Cargobikes haben ein riesengroßes Potenzial, logistische Prozesse in der Innenstadt ökologischer zu gestalten“, sagt Becker. Die Initiative „CargoBike-Dortmund“ von der Wirtschaftsförderung und der Industrie- und Handelskammer zu Dortmund fördert den gewerblichen Einsatz der Lastenräder in Unternehmen.

Initiative "CargoBike-Dortmund"

Ihre Ansprechpartner:

Robert Litschke
Pressesprecher

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