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11.06.2015

"Machine-to-Machine-Kommunikation": Chance oder Fluch?

Im März hat Dr. Bettina Horster den Dortmunder Unternehmerinnenpreis 2014, der jährlich von der Wirtschaftsförderung vergeben wird, gewonnen. Horster ist eine erfolgreiche IT-Unternehmerin und beschäftigt sich mit dem Megatrend M2M, das ist die Kommunikation von “Machine zu Machine“. In einem Gespräch stellte Horster ihr Hauptprojekt „M2M Teledesk“ vor. Zusammen mit Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, sprach Horster auch über Chancen und Risiken der M2M-Kommunikation in Dortmund.

Bei M2M sind Maschinen, Fahrzeuge oder Gebäude mit Sensoren ausgestattet und kommunizieren über das Internet, via Mobilfunknetze oder Funk. Sie setzen sich ohne menschliche Steuerung in Bewegung oder agieren anderweitig als (teil-) automome Maschinen. M2M verknüpft Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) mit physischen Gegenständen und bildet das sogenannte „Internet der Dinge“. Eine typische Anwendung dafür ist das Überwachen und Einstellen von Maschinen sowie das Ablesen von Messwerten.

Horster entwickelte mit der Fachhochschule Dortmund und dem Landmaschinenhersteller Claas eine IT-Lösung für die M2M-Kommunikation zwischen Erntemaschinen. „Im Agrarsektor ist Effizienz der entscheidende Faktor. Schon eine kurz erzwungene Pause im Ernteprozess von wenigen Minuten, etwa weil ein Abladefahrzeug nicht rechtzeitig da ist, kann den Landwirt schnell rund 250 Euro kosten“, rechnet Horster vor. M2M ist nach Aussage von Horster aber nicht nur ein Thema für die Landwirtschaft oder große Unternehmen mit mehreren 100 Mitarbeitern. „M2M kann auch bedeuten, dass ein Spediteur Leerfahrten vermeidet oder dass die Heizung in meinem Betrieb automatisch ausgeschaltet wird, wenn keiner mehr da ist“, nennt Horster Beispiele. M2M wird auch für kleine und mittelständische Unternehmen einen Wettbewerbsfaktor darstellen, ist sich Horster sicher.

Das Thema ist für Unternehmen bestimmter Branchen besonders wichtig. In der Automobilbranche und der Logistik wird M2M nach dem „eco Report:M2M Future Trends 2015“ des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft e. V. eine zentrale Rolle spielen. In Dortmund sind die Versicherungsbranche und die Logistik als Branchen breit vertreten. Der digitale Wandel hat in diesen Bereichen nach einer Studie von Deloitte sehr großen Einfluss und verändert Geschäftsmodelle.

Die Digitalisierung ist auch bei der Stadt Dortmund ein Thema. Die Stadtentwicklung wird durch das Projekt Smart City vorangetrieben. Es geht darum, die Verkehrssteuerung, die WLAN Versorgung sowie die Straßenbeleuchtung miteinander zu verknüpfen Dortmund soll zu einer Smart City werden, indem Energieüberschüsse von Null-Energie-Häusern intelligent eingebunden und für Bestandshäuser genutzt werden. Intelligente Ampelschaltungen und Straßenbeleuchtungssysteme sollen geschaffen werden. Auch hier ist Dr. Horster aktiv und berät die Stadt. „ Das Engagement von Frau Dr. Horster zeigt, dass wir ein starkes Kompetenznetzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft. haben. Smart City und die Energiewende ist ein bedeutendes Zukunftsthema in unserer Stadt“, so Westphal.

Horster weiß aber auch, welche Hürden die Unternehmen sehen. „M2M-Kommunikation und Digitalisierung sind sehr komplex und es gibt keine einheitlichen Standards, Das hält gerade Mittelständler davon ab in M2M-Projekte zu investieren.“ Weiterhin gebe es ein Vertrauensdefizit und Ängste auf Seiten der Unternehmen, das eigene Kern-Know-How offen zu legen. Westphal zeigte auf, welche Chancen Unternehmen nicht nutzen: „M2M ist auch eine riesige Datensammlung, sogenanntes Data Mining, das völlig neue Geschäftsfelder eröffnen kann. Viele Unternehmen wissen, wie man Produkte verkauft, wie man Services oder gar Daten vermarktet, ist den Unternehmen jedoch nicht klar.“ Die Wirtschaftsförderung setzt mit ihrer Wachstumsinitiative auf „Data Mining“ als Wissenskern mit großem Potenzial für Dortmund Westphal kündigte an, dass die Wirtschaftsförderung Angebote für Unternehmen auflegen werde, um Unternehmen zu unterstützen, die eigenen Chancen darin zu erschließen. Horsters Fazit fällt so aus: „Die Digitalisierung bietet große Chancen, aber die Unternehmen müssen sich stark umstellen. Nicht umsonst heißt es ja auch die 4. Industrielle Revolution.“

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Robert Litschke
Pressesprecher

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