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11.05.2016

Neue Runde im Beratungsprogramm FamUnDo von der Wirtschaftsförderung

Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist längst entbrannt. Gute Karten haben vor allem Unternehmen, die frühzeitig Rücksicht auf das private Umfeld ihrer Mitarbeiter nehmen. Stichwort: familienbewusste Personalpolitik. Mit dem Beratungsprogramm FamUnDo von der Wirtschaftsförderung Dortmund können Unternehmen herausfinden, was sie wie, wann und in welchem Umfang zur besseren Vereinbarkeit von Familie & Beruf verbessern können, damit Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen neben dem Job möglich sind. Nach den Sommerferien startet die 6. Beratungsrunde. Birgit Buchholz, Personalleiterin bei der Krankenkasse BIG direkt gesund, die im vergangenen Jahr am FamUnDo-Beratungsprogramm teilgenommen hat, und Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund, berichten über Möglichkeiten und positive Wirkungen.

Frau Buchholz, was hat die BIG aus der fünften Runde des Beratungsprogramms mitgenommen?

Birgit Buchholz: Im Rahmen der Workshops haben wir einen Überblick und Impulse über gute Ideen und vorbildliche Beispiele anderer Unternehmen aus der Region erhalten. Der Austausch mit den Unternehmen hat uns bestätigt, dass wir bereits auf dem richtigen Weg sind, aber durchaus noch einiges verbessern können. So bieten wir bereits etwa flexible Arbeitszeiten, bezahlte Freistellung von Mitarbeitern, wenn ein Kind krank wird, umfassende Infos zu Mutterschutz und Elternzeit sowie ein jährliches Elternzeitfrühstück an. FamUnDo hat uns dazu angeregt, zusätzlich das BIGrestart-Programm für einen strukturierten beruflichen Aus- und Wiedereinstieg zu entwickeln.

Was verbirgt sich dahinter?

Birgit Buchholz: Gleich mehrere Maßnahmen: Zum einen wollen wir den befristeten Ausstieg aus dem Arbeitsleben bis zum Mutterschutz und den Wiedereinstieg von Eltern enger begleiten sowie noch besser im Intranet und über einen ausführlichen Leitfaden informieren, den wir allen werdenden Müttern und Vätern kostenlos zur Verfügung stellen. Zudem gibt es ein Begrüßungspaket für neue BIG-Babys mit einem Geschenkgutschein für Eltern und etwas Kuscheligem für den Nachwuchs. Ganz neu ist auch ein Eltern-Kind-Arbeitszimmer für den Notfall, wenn etwa die Kita-Betreuung ausfällt. Dieses Angebot wird sehr gut angenommen. Daher haben wir nun auch an unserem Rechtssitz in Berlin ein solches Arbeitszimmer eingerichtet.

Herr Westphal, was hat nun ein Unternehmen von solchen Maßnahmen – außer glückliche Mütter und Väter?

Thomas Westphal: Von einer familienbewussten Unternehmenskultur profitieren alle. Studien etwa der Universität Münster zeigen, dass die Mitarbeiter in solchen Unternehmen zufriedener sind, sie fehlen weniger, fühlen sich an das Unternehmen stärker gebunden und kehren nach der Elternzeit viel häufiger zurück. Auch sind solche Unternehmen deutlich attraktiver für Bewerber von außen – offene Stellen lassen sich leichter mit qualifizierten Fachkräften besetzen.

Rechnet sich das wirklich, letztlich sind ja auch die Maßnahmen mit Investitionen verbunden?

Thomas Westphal: Die meisten Maßnahmen erfordern nur überschaubare Investitionen wie bei der BIG. Die Personalkosten, die das Unternehmen durch den schnelleren Wiedereinstieg und die niedrigeren Fluktuationsraten und damit durch die verstärkte Mitarbeiterbindung spart, sind dagegen deutlich höher. Zudem sind zufriedenere Beschäftigte produktiver und neue qualifizierte Kräfte stützen den Wachstumskurs eines Unternehmens.

Bislang haben 30 Unternehmen mit insgesamt 10.000 Beschäftigten die fünf Beratungsrunden von FamUnDo durchlaufen. Was macht diese Beratungsrunden so attraktiv für Firmen?

Thomas Westphal: Das Programm ist für alle Unternehmen geeignet – unabhängig von Größe und Branche. Jedes Unternehmen erarbeitet mit den Beratern passgenaue, individuelle Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie & Beruf. In den fünf Workshops etwa erfahren die Firmen, was machen die anderen teilnehmenden Unternehmen und erhalten Input zu Arbeitsmodellen, Personalentwicklung oder auch zur Pflege Angehöriger – von Fachreferenten oder Vertretern aus den Kommunen und Kammern. Zusätzlich gibt es drei Beratertage. Hier wird geschaut, welche Maßnahmen gibt es im Unternehmen bereits und wie lässt sich die Familienfreundlichkeit noch weiter verbessern. Und nach erfolgreicher Teilnahme erhalten alle Unternehmen das Zertifikat FamUnDo, das sie in Dortmund als familienfreundlich auszeichnet.

FamUnDo

Ihre Ansprechpartner:

Robert Litschke
Pressesprecher

T: 0231/50 2 92 00
F: 0231/50 2 37 17
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